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 Historische Reise durch die Pfarrei Grünthal (incl. Kirchenführer)

 

Kirche St.Andreas in Grünthal / Gde Unterreit

I: Grünthal- ein Pfarrdorf - fast 1000 Jahre alt


Die erste Urkunde über Grünthal stammt vom 7. April 1030. Kaiser Konrad II. bestätigte dem Erzbischof Thietmar von Salzburg den Wildbann von „Gruonintal“. Das bedeutete Schutz dem Jagdgehege und Schutz vor Abforstung. (Damals war die Ausdehnung der Wälder gewaltiger als die der Wiesen und Äcker.) Daran ist zu erkennen, dass Grünthal von Anfang an mit dem Erzbistum Salzburg in Verbindung stand. Ob der Name von „krummes Tal“ oder „grünes Tal“ kommt, ist nicht entschieden.

Etwas 100 Jahre später werden die Brüder Engelprecht und Adelprecht „de Grountal“ als Zeugen einer Schenkung an das Kloster Au genannt. Diese Zeugen erscheinen wiederum in einer Urkunde aus dem Jahre 1140, in der auch die Kirchen „Westerenpirchenwange“ und „Osterenpirchenwange“ genannt werden. Die beiden Brüder wurden von den Meglinger Vögten, die auf dem Stampfl wohnten, als Dienstmänner für Grünthal eingesetzt. Sie wohnten wahrscheinlich auf dem Gottbrechthof.
Zwischen den Grünthaler Dienstmännern und der Pfarrei Grünthal besteht sicherlich ein Zusammenhang. Interessant ist nämlich, dass alle Anwesen des Dorfes, dazu zählten der Gottbrecht, der Wimmer, der Mesner, der Schuster und der Kramer, um 1180 der Pfarrei übereignet wurden.

Grünthal war zur damaligen Zeit eine Großpfarrei. Sie verwaltete die Schlosskapelle St. Veit in Jettenbach, die Kirchen in Waldhausen (St. Martin), Grafengars (St. Michael), Osterenpirkenwange (Unterbierwang; St. Koloman) und Westerenpirkenwange (Oberbierwang; St. Johann Baptist). Leider wurden diese beiden Kirchen im Zuge der Säkularisation 1807 abgebrochen. Die Filialkirchen in Waldhausen und Grafengars betreute meistens ein Kooperator.
Die Pfarrer von Grünthal bezogen ihren Pfarrzehent von 132 Bauern der Pfarrei und hatten damit eine gute wirtschaftliche Grundlage.
 
Um 1280 wird erstmals ein Pfarrer namentlich genannt: Walther von Grünthal („Waltherus plebanus de Gruental“). Dieser wohnte auf dem stattlichen Pfarrhof, dem heutigen Gottbrechtanwesen. Weil ständig durchziehende Militärhorden den Ort bedrohten, verlegte 1331 Pfarrer Ulrich Glenze den Pfarrhof nach Schlichting, am Rande des großen Schermansöder Forstes. Dort führte er einen stattlichen Hof mit 5 Pferden, 2 Stieren und 12 Kühen sowie 94 Tagwerk Äcker, 27 Tagwerk Wiesen und 20 Tagwerk Wald. Im Pfarrhof befand sich auch eine Bierschenke, die 1741 aufgehoben wurde und nach Grünthal zum Kramer verlegt wurde.
(Später war dort bis 1975 eine Bäckerei). Erst 1876 wurde ein neues Pfarrhaus gebaut und der Pfarrhof wieder nach Grünthal verlegt. Den Schlichtingerhof erwarb ein Seidlsohn von Unterbierwang.
 

 

 

Die Verwüstungen des 30-jährigen Krieges waren auch in unserer Heimat zu spüren.Die rechte Seite des Inns blieb zwar von den Schlachten verschont, die Pest, machte jedoch auch hier nicht halt. 1634 musste man einen eigenen Pestfriedhof anlegen „in cementerio in silvia Schermansed“ (Friedhof im Wald der Schermansöd). Über 100 Menschen wurden Opfer dieser schrecklichen Seuche. Noch heute erinnert ein Holzkreuz am Rande der Schermannsöd an dieses Ereignis

 

 

 

 

Durch die im Jettenbach beheimateten Grafen von Törring hatte die Pfarrei lange Zeit großzügige Förderer, die jedoch auch Gegenleistungen für ihre finanziellen Dienste haben wollten. Anfang des 17. Jahrhunderts beschwerten sich die Grafen von Törring mehrmals, dass in ihrer Schlosskapelle zuwenig Messen gelesen werden, obwohl diese gut dotiert waren. Dass die Pfarrer damals keine Heilige waren wird auch in einem Visitationsbericht von 1558 deutlich. Dort wird erzählt, dass Pfarrherr Christophorus Zaunlehner von Grünthal, ein gebürtiger Kraiburger, die Beichte nicht in der Pfarrkirche, sondern im Pfarrhof anhörte und das Breviergebet vernachlässigte. Von seiner verstorbenen Köchin hatte er drei Kinder, von der jetzigen keines.

Pfarrer Molitor war wegen Raufhändel angeklagt und war deswegen 1616 vor dem Schergen aus Kling auf der Flucht. Er hatte nämlich einen gewissen Wolfgang Angerberger entleibt. Sein Nachfolger machte es nicht besser, denn ein Jahr später wurde auch er aus nicht näher erläuterten Grund vom Schergen des Pfleggerichts Kling gefangen genommen.
Grünthal hatte auch ehrwürdige Pfarrer, denen das Allegemeinwohl sehr am Herzen lag. So wird im Saalbuch aus dem Jahre 1500 berichtet, dass in den Räumen des Pfarrhofes in Schlichting durch die jeweiligen Pfarrherren eine kleine Pfarrschule geführt wurde, die später in die Räume des Mesnergütls verlegt wurde, bis schließlich unter tatkräftiger Unterstützung des Pfarrers der 1. ordentliche Lehrer Georg Grünauer im Jahre 1734 Anstellung fand. Pfarrer Eglauer wollte neben der 1863 errichteten Knabenschule auch eine Mädchenschule in Grünthal einrichten, konnte seine Pläne jedoch nicht mehr verwirklichen. Erst 1902 konnte durch einen Anbau ein zweites Schulzimmer eingerichtet werden.

1801, als die Franzosen kamen, zeigte Pfarrer Stehbauer von Grünthal Mut und Unerschrockenheit. Französische Offiziere erlaubten sich Gelderpressungen. Klagen darüber klangen bis zum General Moreau. Um einer Strafe zu entgehen, wollten die schuldigen Offiziere den Grünthaler Pfarrer zu einem falschen Zeugnis zwingen. Sie drohten, ihn niederzustechen und sein Haus anzuzünden. Doch er berharrte auf seiner Aussage, und wollte lieber sterben als lügen. Es geschah ihm nichts, die Offiziere aber mussten sich verantworten.

Die Kirchenrechnungen des 18. Jahrhunderts erwähnen Kreuz- und Bittgänge und zwar dreimal nach Schnaitsee und je einmal nach St. Wolfgang bei Altenmarkt und nach Altötting. Um 1800 wurden diese Bittgänge eingestellt. 1849 führte die Pfarrwahlfahrt der Pfarrgemeinde erstmals wieder nach Altötting, was sich seitdem jährlich wiederholt. Im Umgang der Gnadenkapelle zu Altötting befindet sich eine große Votivtafel von 1520, die dem „Hanns Zehentmair von Pirbang aus der Gruentaler Pfarr“ nennt.

Die Kirchweihfeste fanden ursprünglich am tatsächlichen Weihetag statt. In Grünthal wurde nach alter Überlieferung das Kirchweihfest immer am 5. Sonntag nach Pfingsten gefeiert.

Seit 1817 ist die Pfarrei Grünthal ein Teil des Erzbistums München und Freising. 1830 wird die Pfarrei als königlich-bayrische und erzbischöflich München und Freisingische Pfarrei mit 833 Seelen beschrieben, die der Pfarrer mit einem Kooperator versieht.
Mit Pfarrer Karl Gerstner verlässt 1973  der letzte Grünthaler Pfarrer die Pfarrei. Seitdem gehört Grünthal zum Pfarrverband Kraiburg und wird vom Verbandspfarrer, der für weitere 4 Pfarreien zuständig ist, verwaltet.

Die Priester der Pfarrei Grünthal sind seit 1590 durchgehend mit Namen bekannt. 

II. Die Kirche St. Andreas von Grünthal


Im Jahre 2004 hatte Hausschwamm die Grünthaler Kirche befallen und es war eine größere Sanierungsmaßnahme notwendig. Das lehmige Erdreich unterhalb des Kirchenbodens musste abgetragen werden. Dabei kamen historisch wertvolle Mauerreste zum Vorschein. Diese geben uns Aufschluss über die Geschichte der Grünthaler Kirche:

Im Bereich des Langhauses wurden die Grundmauern einer romanischen und einer spätgotischen Kirche entdeckt. Die romanische Kirche, deren Grundmauern aus unbehauenen Felssteinen bestand, dürfte um 1150 erbaut worden sein.  Es wurden auch farbige Fragmente aus dieser Zeit gefunden, was darauf hindeutet, dass die damalige Kirche wunderschön bemalt gewesen sein muss. Die größere spätgotische Kirche mit kräftigen Wandpfeilern um 1450 über die romanische Kirche drübergebaut. Die Sakristei der Kirche war an der Südseite angebaut. Damals bekam die Kirche auch ihren wuchtigen, sechsgeschossigen Turm, der aus Tuffsteinen und Nagelfluh erbaut wurde. Er trägt seit 1720 ein barockes Glockengeschoss mit Zwiebelhaube. In einer Beschreibung von 1874 werden noch sechs Glocken erwähnt. Heute hängen noch 4 Glocken im Turm.
Wenig später wurde auch das Langhaus der Kirche barockisiert. Die Altäre wurden neu, ebenso die Kanzel. Die alte Sakristei wurde 1730 abgebrochen und völlig neu als zweistöckiger Anbau errichtet. Diese musste 1896 dem Neubau der Pfarrkirche weichen und wurde an die Nordseite verlegt.
 
Pfarrer Johann Eglauer organisierte den Neubau der maroden Kirche in den Jahren 1897-99. Der Abbruch des Langhauses der alten gotischen Kirche hatte am Osterdienstag 1897 begonnen und es wurde ein größeres neubarockes Langhaus errichtet. Die Kosten betrugen mit dem imposanten Deckengemälde der Krönung Mariens im Himmel 45000 Mark. Zum Vergleich: damals kostete 1 kg Roggenbrot 23 Pfennig oder 1 Liter Bier 24 Pfennige (man hätte also mit 45000 Mark 187 500 Liter Bier kaufen können).

1907 wurde eine neue Orgel erworben und 1913 wurde am Friedhof ein Denkmal für die verstorbenen Priester Grünthals errichtet.
 

 

1954 wurde die ganze Kirche renoviert, so dass sie in einem blendenden Weiß erstrahlte.
Die letzte Innenrestaurierung erfolgte in den Jahren 1991 - 1994. Damals wurde die schöne neubarocke Ausmalung wieder freigelegt, bzw. rekonstruiert.

Wie überall üblich wurden bis um 1800 Bestattungen von Priestern und Adeligen innerhalb der Kirche vorgenommen. Der älteste Grabstein, der  heute im Boden der nordseitigen Taufkapelle zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 1540 und erinnert an „Sochart Pawlinger“, Kirchherr zu Grünthal.


Im Eingangsbereich befinden sich auch Grabdenkmäler der Grafen von Törring zu Jettenbach, die in dieser Kirche eine Familiengrabstätte besaßen bzw. ganz einfach vor dem Chorraum beerdigt wurden. Die Törring zu Jettenbach gehörten seit 1566 dem Freiherrenstand und seit 1630 dem Grafenstand an.
Eine Rotmarmorplatte mit den beiden Wappen der Törring und der Hohenwaldeck ist dem Hanns Sigmund Graf von Törring zu Jettenbach (*1581, +1646) und seiner Gemahlin Renata Johanna Gräfin Hohenwaldeck (*1580,+1643) gewidmet. Das Ehepaar hatte 12 Kinder. Darüber befinden sich die beiden kleinen Grabplatten ihrer Kinder, der dreijährigen Leonora Johanna von Törring und dem am Tag seiner Geburt verstorbenen Carolus Freiherrn von Törring.

 

 

 

Die Taufkapelle wurde unter Pfarrer Simon Mittermaier um 1885 errichtet. Ein schön gearbeitetes Taufbecken aus rotem Marmor mit einem sehenswerten barockzeitlichen Aufsatz steht im Zentrum der Taufkapelle. Der verzierte Aufsatz enthält die Bilder des Gottvaters und der 7 Sakramente. Die barocken Bilder zeigen u.a. auch Personen in der um 1750 üblichen Kleidung. Die Krönung des Aufsatzes bilden die prächtigen Schnitzwerke der Taufe Jesu durch den hl. Johannes.

 

 

 

 

Die älteste Figur in unserer heutigen Kirche befindet sich oberhalb der Sakristei und stellt den heiligen Andreas dar. Diese spätgotische Figur dürfte um 1510 geschnitzt worden sein und wurde 1994 restauriert. Das Patrozinium des Apostels Andreas wird am 30. November gefeiert.

Andreas folgte nach der Taufe Christi dem Messias nach Galiläa. Er wurde von Christus den Zwölfen zugeordnet und war zur Ausbreitung des Evangeliums berufen. In Kleinasien predigte Andreas das Evangelium und wirkte zahlreiche Wunder. Der Stadthalter von Patras ließ Andreas geißeln und zur besonderen pein an ein Gabelkreuz binden. Andreas predigte vom Kreuz aus zwei Tage lang dem Volk ehe er starb. Himmlisches Licht verhüllte den Sterbenden. Der Stadthalter höhnte ihn währenddessen und starb plötzlich. Seine Gemahlin wurde dadurch bekehrt und ließ Andreas mit großen Ehren bestatten. Seit dem 13. Jahrhundert wird der hl. Andreas mit dem bekannten schrägen Balkenkreuz dargestellt. Er ist Landespatron von Russland und Schottland.

Das bereits erwähnte große Deckengemälde über dem Langhaus zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Am Sarg stehen die erstaunten Aposteln. Maria in den Himmel aufgefahren, wird hier zur Himmelskönigin gekrönt.

Vor dem Chorbogen ist nochmals der hl. Andreas dargestellt. Einer der drei Engel hält die himmlische Krone als Lohn für das durch die Kreuzigung erlittene Matyrium.

Außerdem sieht man in den Zwickelfeldern die 4 Evangelisten: 
Der hl. Markus ist mit dem Attribut Löwe, als dem Symbol für die Kraft der Auferstehung Jesu erkennbar.
Zum hl. Lukas gehört der Stier, der den Opfertod Christi symbolisiert.
Der hl. Matthäus wird von einem Engel begleitet, der symbolisch auf das menschliche Sein Christi verweist.
Den hl. Johannes unterstützt der Adler, der die Himmelfahrt Christi andeutet.

Über der Orgel ist die hl. Cäcilia dargestellt. Cäcilia lebte um 220 in Rom und war schon während ihrer Kindheit Christin geworden. Sie bekehrte auch ihren heidnischen Mann. Beide erlitten den Märtyrertod. Ihr Fest wird am 22. November gefeiert.


Die drei Altäre stammen aus dem Barock. Das Wort altare bedeutet Aufsatz auf dem Opfertisch. Diese Altaraufbauten tragen nicht mehr die ursprüngliche Grundfarbe. Die rotbraune Farbe wurde um 1900 aufgetragen.

Bild

 

Der barocke Hochaltar wurde 1718 angeschafft. „Sancte Andreas ora pro nobis“ - Hl. Andreas bitte für uns - lesen wir über dem Altarblatt. Das große Altarblatt stellt die Aufnahme des hl. Andreas in den Himmel dar. Neben ihm stehen die Figuren des hl. Petrus mit den Schlüsseln und des hl. Paulus mit dem Schwert. Um den Hochaltar in einem besseren Licht erscheinen zu lassen ließ man im Chorraum ein neues Fenster ausbrechen und zwei bestehende Fenster etwas erweitern. 1722 ließ man noch mal ein Fenster ausbrechen.
4 Jahre später wurden auch die Seitenaltäre erneuert. Hier ein Auszug aus einer Kirchenrechnung:“.... gleichwie bei disem Pfarrgottshaus ein ganz sauberer und auf der dermaligen Formb gerichte Choraltar verhandten ist, hingegen aber die 2 Seithen Altär als übl und auf die alte Manier aufgerichtet wären, das es dem ersten auf keine weis ähnlich sondern dem sonst sauber erpaueten Pfarrgotteshaus eine üble Zierdte gewesen, also auch hat man auf bestendtiges Anhalten der Pfarrgemain(de), als welche zu neuer Errichtung 2 Seithenaltär freywillig 100 fl. hergeschenckt...“ Damit war die Teilfinanzierung zur Beschaffung neuer Seitenaltäre gesichert und die Aufträge konnten in Arbeit gegeben werden.
Der Altar an der Evangelienseite mit dem großen Bild von der „unbefleckten Empfängnis Marias“ und dem kleinen Auszugsbild mit der hl. Barbara und der hl. Katharina, wird von zwei Engeln auf dem Gebälk und den Statuen des hl. Franziskus von Assisi (mit Kreuz) und dem hl. Antonius von Padua (mit Jesuskind) geschmückt. Die beiden Heiligen entsprechen den Vornamen des damaligen Pfarrers Franz Anton Oberleitner (1714-1728 in Grünthal).

Der Altar an der Epistelseite ist dem hl. Sebastian geweiht. Der hl. Sebastian ist der Patron der Pestkranken. Bei den Ausgrabungen 2004 wurde vor dem Altar ein Skelett gefunden, auf dessen Brustwirbel ein kleines Kreuz aus Metall lag. Es heißt, dass Pfarrer Benno Kemetinger (+1741) vor dem Sebastiansaltar begraben liegt. Man kann jedoch nicht mit Sicherheit sagen, dass dieses Skelett diesem Pfarrherrn zuzuordnen ist, da zu dieser Zeit viele Pfarrer und Adelige im Kirchenraum begraben wurden. Das gefundene Brustkreuz ist heute auf dem Altartisch ausgestellt. Neben dem Altarbild stehen zwei Mönchsfigurgen. Sie können mangels fehlender Attribute nicht näher bestimmt werden. Vielleicht sollen sie Leonhard und Ägidius darstellen.

In der Pfarrkirche befinden sich verschiedene Kunstwerke, die noch kurz erwähnt werden sollen:
Im Altarraum hängt an der Nordseite hoch oben ein barockes Gemälde mit dem Bildnis des hl. Kolomann. Dieses Altarbild stammt aus der 1807 abgebrochenen Kolomannskirche in Unterbierwang. Außerdem stehen dort Figuren des hl. Josefs und des hl.  Joachim.
Im Langhaus findet man noch die Figuren des h. Kolomann (hier handelt es sich um eine moderne Figur aus heutiger Zeit), des hl. Johannes Baptist, der Gottesmutter Maria und des hl. Bruder Konrad.
Die Stationstafeln des Kreuzwegs stammen auch aus der heutigen Zeit.

 

 

 

 

 

 

Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahr 1719 und wurde um 1900 überarbeitet. Sie enthält noch Flächen mit der Rotmarmorierung und trägt vergoldete Zierelemente. Die Ältäre trugen früher auch diese Farbe. Aber wegen der hohen Kosten wurde sie später nur braun übermalt. Den Kanzelkorb schmückt ein Maria-Hilf-Bild und am Schalldeckel ist ein Bildnis des hl. Johannes Evangelist angebracht.

 

 

 

 

 

 

Unter der Empore hängt ein großes Bild aus dem Jahre 1717. Darauf sind die „Sieben heiligen Zufluchten“ abgebildet. Oben auf dem Bild sieht man die Heiligste Dreifaltigkeit, darunter das Kreuz Christi, das Altarsakrament und die hl. Maria, unter dem Kreuz, die hl. Engeln (u.a. der hl. Michael mit der Seelenwaage) und gegenüber die Heiligen, hier vertreten durch die hl. Barbara, Maria Magdalena, Sebastian, Ignatius von Loyola und Leonhard. Im unteren Bildbereich sieht man die Armen Seelen.
Das Gemälde auf der rechten Seite stammt ebenfalls aus der Zeit und zeigt die „Vierzehn Nothelfer“. Im oberen Bildbereich sind neben der hl. Maria, die hl. Katharina (Rad und Schwert), Margaretha (mit dem Drachen) und die hl. Barbara (Kelch, Turm) gruppiert, im mittleren Bereich kann man den hl. Vitus (Kessel), den hl. Georg (Drachen), den hl. Pantaleon (Hände auf dem Kopf genagelt), Cyriakus, Eustachius (Hirschkopf mit Kreuz) und Achatius (Soldat mit Wappen) erkennen und unten sind der hl. Erasmus (Winde), der hl. Ägidius (Hirschkuh), der hl. Christopherus (Jesuskind), der hl. Blasius (gekreuzte Kerzen) und der hl. Dionisius (Kopf) zu sehen.
Die heute gebeteten Kreuzwegandachten verdrängten während des 18. Jahrhunderts den Brauch der Andacht zu den „Sieben heiligen Zufluchten“ und zu den „Vierzehn Nothelfern“.

 

Im allgemeinen muss man sagen, dass die Grüntahler Kirche eine der schönsten Kirchen im Umkreis ist. Ein herzliches Vergelt´s Gott gilt es zu sagen an all die Pfarrer und Männer der Kirchenverwaltung, die sich dafür eingesetzt haben.

Diese Broschüre enthält nur einen Teil der Arbeit von Kirchenführer Meinrad Schroll aus Mühldorf. Wer noch mehr über unsere Pfarrei und den dazugehörigen Anwesen wissen möchte, kann sich jederzeit bei ihm melden. (Tel.Nr.: 08631/13633)
 
Zusammengestellt von Petra Mariel, im Juni 2006